[Classic Confessions – No. 3] Bevorzugt ihr bei Klassikern die Originalsprache oder eine Übersetzung?

Ein bißchen spät, mit Blick auf den nahenden, morgigen Mittwoch kommt hier meine Antwort auf die Classic Confessions bei Lauter & Leise.

In der Schule war ich immer sehr dankbar, daß wir deutsche Übersetzungen der Klassiker lasen und es graute mir (außer in Latein) sehr davor, wenn in Englisch eine Originallektüre, die ich nicht im deutschen Original kannte, angekündigt wurde. Nun war diese Angst bei mir aber im Besonderen dadurch begründet, weil ich Fremdsprachen nur sehr schwer lerne und mich in deren Anwendung auch sehr schwer abmühen muß. Während andere also die englische Lektüre in Nullkommanichts durchlasen, verstand ich a) nur die Hälfte, mußte b) Idiome immer wieder nachschlagen oder auch c) mit anderen darüber sprechen, die mich über den konkreten Inhalt aufklären konnten. Das vergällte mir die Lust an der Fremdsprache doch ganz enorm.

Doch als wir in der 11. Klasse uns im Englischunterricht einmal selbst Lektüre wählen durften und ich mich mit meiner Gruppe für »The Speckled Band« von Sir Arthur Conan Doyle entschied (eine Kurzgeschichte, die ich dank meiner damals schon entflammten Leidenschaft für Sherlock Holmes kannte), erkannte ich, daß das Lesen der Geschichte in ihrer Originalsprache doch auch deutliche Vorzüge hat. Es ist einfach die Sprache des Autoren gewesen, seine Gedanken, für die er ganz explizit diese Worte wählte. Der Klang der Erzählung war eine, wenngleich nur marginal, andere (ich hatte einige der Übersetzungen der doyle’schen Geschichten gelesen und mir irgendwann die gesammelten Sherlock Holmes-Werke geholt, deren Übersetzung ich am gelungensten fand) und es fand in meinem Geist ein noch direkterer Zugang zu seiner Welt statt.

Seitdem muß ich sagen, daß ich Werken in ihrer Originalsprache nicht mehr skeptisch gegenüberstehe, wie noch in der Schulzeit, in der mir eher immer die Blamage meiner schlechten Sprachkenntnisse vor Augen hing. Ich würde auch gern mehr der Klassiker auf Englisch, Französisch, Russisch und so weiter und so fort, lesen, wäre da nicht immer noch eine Sprachbarriere. Für Belletristik reicht mein moderates Englisch, für den »Kleinen Prinzen« reichten meine Französischkenntnisse gerade so. Aber trotzallem werde ich es weiterhin versuchen und mir immer wieder einfache Ausgaben englischer oder französischer Originalliteratur holen. Keine Übersetzung der Welt, so denke ich, kann den konkreten Gedankengang und die Bilder im Kopf des Autoren so treffend mit anderen Worten ausdrücken, wie er selbst in seiner Muttersprache.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai

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