Heile, heile Segen…

Und mal wieder hatte ich ein Büchlein, das in einem desolaten Zustand zu mir kam. Es war eine kleine Broschur, klammergeheftet, doch komplett in Lagen auseinandergefallen und vom Umschlag gelöst, an dem noch die ausgehärteten Hartleimreste klebten.

Ich begann damit, die einzelnen Lagen zu enteisen. Dieser Begriff beschreibt den Vorgang, die metallenen Klammern zu entfernen. Dies‘ geschieht nicht nur aus Gründen der anschließenden Fadenheftung, auch weil der Rost über die Zeit das Papier zerfrißt. Nachdem alle Klammern heraurausgenommen waren, ging es ans Heften der Lagen.

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Nachdem der Block fertig geheftet ist, wird der Rücken abgeleimt. Hierfür verwendete ich Kleister. Bei diesem Vorgang wird der Leim auf den Buckrücken aufgetragen und zwischen die Lagen massiert, wodurch die Lagen zusätzlich noch verbunden werden.

Während der Buchblock trocknet, widmete ich mich dem Umschlag und seinen Kleberesten. Ich hatte einige Messer zur Auswahl, entschied mich aber erst für Zahnarztbesteck, um das Grobe abzuschaben, danach schnitt ich mit dem Skalpell die Reste ab. Da durch diesen Prozeß das Papier des Umschlages ausgedünnt wurde, habe ich danach den Rücken mit einem Papierstreifen verstärkt.

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Nachdem Umschlag und Block an- bzw. getrocknet waren, habe ich beide zusammengehängt, sprich, den Buchblock mit dem Umschlag verbunden. Zum Pressen mußten mal wieder meine Bücher herhalten, die mit ihrem Gewicht auf dem Broschürchen lasten sollten.

Und das Ergebnis sieht nun so aus:

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

»Französisch kochen mit Aurélie« von Aurélie Bastian

Leben wie ein Gott in Frankreich – wie ginge das besser als mit der guten französischen Küche? Wenn das noch warme Baguette auf dem Holzbrettchen liegt, während man die Zwiebelsuppe anrichtet und den Quiche aus dem Ofen holt. Die geborene … Weiterlesen

22. Mainzer Kolloquium

Von mir gibt es heute mal einen kleinen Programmtipp. Wer sich am 27. Januar diesen Jahres in oder  um die schöne Rheinlandpfälzische Hauptstadt Mainz befindet, dem sei das XXII. Mainzer Kolloquium mit dem Thema »Buch und Fotografie« ans Herz gelegt, das die Johannes Gutenberg-Universität ausrichtet.

Hier kann man sich das Programm näher besehen. Die Teilnahme ist kostenfrei, nur um eine Anmeldung zwecks Planung wird gebeten.
Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

Das besondere Buch.

Wenn es um Buchgestaltung geht, dann spricht man auch immer von einer Einheit aus Gestaltung und Inhalt. Das Äußere unterstreicht das Innere, wie das Innere das Äußere beeinflußt.

Gelungen umgesetzt finde ich genau diese Idee einer Covergestaltung bei der Designerin Elizabeth Perez. Ihr Umschlagdesign zu Ray Bradburys wohl bekanntestem Dystopieroman »Fahrenheit 451« verbindet klare, nüchterne Typographie mit dem genialen Einfall, das Element des Feuers und der Bücherverbrennungen, die im Buch thematisiert werden, zu verbinden, indem sie dem Buch selbst den Charakter einer Streichholzschachtel gibt, dem, zur 1 stilisiert, ein Streichholz beiliegt, das an der am Buchrücken angebrachten Reibefläche entzündet werden kann.
Nun bleibt nur noch die Frage, zu welchem Zweck das Feuer dienen soll: zur Vernichtung von Ideen oder zur Erleuchtung neuer Gedanken, die bei der Lektüre von – auch brisanten – Büchern entstehen werden?

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Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

 

Wie’s wieder heile wird.

Mehrere Lagen lose, Heftung völlig aufgedröselt, Umschlag zerrissen und mit Fehlstellen am Rücken zersetzt. So kamen mehrere Notenhefte zu mir, die mir von der Ehefrau eines Mitarbeiters meiner Frau Mama mitgegeben wurden. Und wie kam ich dazu? Kaum hörten sie, ich sei gelernter Buchbinder, meinten sie wohl, ich habe eine voll ausgestattete Buchbinderei daheim und könnte Restaurationsarbeiten erledigen. Ich übernahm aber gern die Möglichkeit, mal wieder etwas  buchbinderisch tätig zu werden und machte mich ans Werk.

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Zuerst einmal war es nötig, die zerrissenen Fäden zu entfernen und die Lagen zu vereinzeln, sowie die Bögen wieder zu einer schönen Lage zusammenzustecken. Des weiteren habe ich in diesem Zuge die Umschläge von der ersten und letzten Lage gelöst – dabei Vorsicht walten lassen müssen, daß die erhaltenen Reste am Rücken nicht abreißen.

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Dann ging es ans Heften. Da es eine Broschur ist, mußte ich ohne festigende Bänder heften und konnte die Stabilität nur über Verwebung mit der unteren Lage erreichen. Die Fadendicke darf dabei weder zu gering noch zu stark sein, da sonst der Rücken aufträgt.. Nur bei einer passenden Fadenstärke ist der Block am Rücken so dick wie am Vorderschnitt.

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Und so ist der Block fertig geheftet. Daraufhin wird dieser abgeleimt, das heißt, mit einem Klebstoff – ich nutzte Kleister – wird der Rücken bestrichen und der Leim zwischen die Lagen eingearbeitet, sodaß er eine Verbindung zwischen den Lagen eingeht. Danach wird die Leimschicht trocknen gelassen.

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Für den Umschlag habe ich dann einen Streifen aus grünem, reißfestem Papier zurechtgeschnitten und die beiden Umschlaghälften darauf zusammengeklebt. Dabei war es wichtig, darauf zu achten, daß der Streifen nicht über die Falzungen geht, an denen später der Umschlag mit dem Block verbunden wird, da man das grüne Papier später beim Aufschlagen sehen würde.

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Der Umschlag von außen.

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Und nun kann nach dem Trocknen des Umschlages dieser am Block angebracht werden. Ich entschloß mich dazu, den Umschlag nur zwischen der ersten und der zweiten, sowie der dritten und der vierten Rille anzubringen, sodaß der Rücken nicht angeleimt wird und freiliegt. Das kann man bei Broschuren dieser Dicke bei stabilen Umschlagrücken machen, muß man aber nicht. Nach dem Verleimen drückte ich den Umschlag fest und ließ den Block über Nacht gepreßt trocknen.

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Und nach dem Trocknen geht es an das aufregende Gefühl des Aufschlagens. Liegt der fertige Buchblock wieder so vor einem, ist die Frage: Hält alles?

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Und so ist das Notenheft wieder voll einsatzfähig und kann seinen Platz auf dem Notenständer der Klaviers wieder finden.
Fröhliche Weihnachten.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

»Die Psychopathen unter uns« von Joe Navarro

Nachdem man dieses Buch gelesen hat, meint man, die Welt bestünde nur noch aus Psychopathen. Überall – und man selbst mittendrin. Ebenso ein Psychopath. Wahlweise Narzißt, emotional instabile oder paranoide Persönlichkeit oder das dissoziale »Raubtier« (Begrifflichkeit von Navarro). Der Ex-FBI-Agent … Weiterlesen

Auf einer lange Fahrt

Ich habe heute und morgen Urlaub bekommen und werde daher nicht im Antiquariat die versteckten Bücher suchen, denn mein Weg führt mich heute nach Göttingen zu einer dreitägigen Tagung, an der ich teilnehmen darf. Es geht um etwas, das für Buchwissenschaftler immer von großem Interesse ist: #Lesen. Transformationen traditioneller Rezeptionsprozesse im digitalen Zeitalter.
Das Programm klingt vielversprechend und ich freue mich ganz besonders auf das Panel II zur Leser-Autoren-Kommuniation im sozialgeschichtlichen Rückblickk und im Zeitalter der Digitalität, das Panel III zur Rolle des Lesers im Literaturbetrieb und das Abschlußpanel VIII zum Leseverhalten bei Computerspielen.
Und wer weiß, vielleicht treffe ich auch ein paar bekannte Gesichter aus meinem Studium wieder.

Wenn es die Internetverbindung zuläßt, werde ich in einem Beitrag auch davon berichten.

Desweiteren möchte ich den Beitrag nutzen, um Chrissi von Chrissisbuntelesecouch zu danken. Ich habe bei ihrem Gewinnspiel mitgemacht und daurch die Ausstattung für ein Krimidinner in der Villa Mafiosa aus dem Gmeiner Verlag erhalten. Jetzt brauche ich nur noch Menschen, die Muse für ein Krimidinner haben.

 

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.