Heile, heile Segen…

Und mal wieder hatte ich ein Büchlein, das in einem desolaten Zustand zu mir kam. Es war eine kleine Broschur, klammergeheftet, doch komplett in Lagen auseinandergefallen und vom Umschlag gelöst, an dem noch die ausgehärteten Hartleimreste klebten.

Ich begann damit, die einzelnen Lagen zu enteisen. Dieser Begriff beschreibt den Vorgang, die metallenen Klammern zu entfernen. Dies‘ geschieht nicht nur aus Gründen der anschließenden Fadenheftung, auch weil der Rost über die Zeit das Papier zerfrißt. Nachdem alle Klammern heraurausgenommen waren, ging es ans Heften der Lagen.

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Nachdem der Block fertig geheftet ist, wird der Rücken abgeleimt. Hierfür verwendete ich Kleister. Bei diesem Vorgang wird der Leim auf den Buckrücken aufgetragen und zwischen die Lagen massiert, wodurch die Lagen zusätzlich noch verbunden werden.

Während der Buchblock trocknet, widmete ich mich dem Umschlag und seinen Kleberesten. Ich hatte einige Messer zur Auswahl, entschied mich aber erst für Zahnarztbesteck, um das Grobe abzuschaben, danach schnitt ich mit dem Skalpell die Reste ab. Da durch diesen Prozeß das Papier des Umschlages ausgedünnt wurde, habe ich danach den Rücken mit einem Papierstreifen verstärkt.

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Nachdem Umschlag und Block an- bzw. getrocknet waren, habe ich beide zusammengehängt, sprich, den Buchblock mit dem Umschlag verbunden. Zum Pressen mußten mal wieder meine Bücher herhalten, die mit ihrem Gewicht auf dem Broschürchen lasten sollten.

Und das Ergebnis sieht nun so aus:

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

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Wie’s wieder heile wird.

Mehrere Lagen lose, Heftung völlig aufgedröselt, Umschlag zerrissen und mit Fehlstellen am Rücken zersetzt. So kamen mehrere Notenhefte zu mir, die mir von der Ehefrau eines Mitarbeiters meiner Frau Mama mitgegeben wurden. Und wie kam ich dazu? Kaum hörten sie, ich sei gelernter Buchbinder, meinten sie wohl, ich habe eine voll ausgestattete Buchbinderei daheim und könnte Restaurationsarbeiten erledigen. Ich übernahm aber gern die Möglichkeit, mal wieder etwas  buchbinderisch tätig zu werden und machte mich ans Werk.

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Zuerst einmal war es nötig, die zerrissenen Fäden zu entfernen und die Lagen zu vereinzeln, sowie die Bögen wieder zu einer schönen Lage zusammenzustecken. Des weiteren habe ich in diesem Zuge die Umschläge von der ersten und letzten Lage gelöst – dabei Vorsicht walten lassen müssen, daß die erhaltenen Reste am Rücken nicht abreißen.

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Dann ging es ans Heften. Da es eine Broschur ist, mußte ich ohne festigende Bänder heften und konnte die Stabilität nur über Verwebung mit der unteren Lage erreichen. Die Fadendicke darf dabei weder zu gering noch zu stark sein, da sonst der Rücken aufträgt.. Nur bei einer passenden Fadenstärke ist der Block am Rücken so dick wie am Vorderschnitt.

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Und so ist der Block fertig geheftet. Daraufhin wird dieser abgeleimt, das heißt, mit einem Klebstoff – ich nutzte Kleister – wird der Rücken bestrichen und der Leim zwischen die Lagen eingearbeitet, sodaß er eine Verbindung zwischen den Lagen eingeht. Danach wird die Leimschicht trocknen gelassen.

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Für den Umschlag habe ich dann einen Streifen aus grünem, reißfestem Papier zurechtgeschnitten und die beiden Umschlaghälften darauf zusammengeklebt. Dabei war es wichtig, darauf zu achten, daß der Streifen nicht über die Falzungen geht, an denen später der Umschlag mit dem Block verbunden wird, da man das grüne Papier später beim Aufschlagen sehen würde.

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Der Umschlag von außen.

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Und nun kann nach dem Trocknen des Umschlages dieser am Block angebracht werden. Ich entschloß mich dazu, den Umschlag nur zwischen der ersten und der zweiten, sowie der dritten und der vierten Rille anzubringen, sodaß der Rücken nicht angeleimt wird und freiliegt. Das kann man bei Broschuren dieser Dicke bei stabilen Umschlagrücken machen, muß man aber nicht. Nach dem Verleimen drückte ich den Umschlag fest und ließ den Block über Nacht gepreßt trocknen.

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Und nach dem Trocknen geht es an das aufregende Gefühl des Aufschlagens. Liegt der fertige Buchblock wieder so vor einem, ist die Frage: Hält alles?

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Und so ist das Notenheft wieder voll einsatzfähig und kann seinen Platz auf dem Notenständer der Klaviers wieder finden.
Fröhliche Weihnachten.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.