22. Mainzer Kolloquium

Von mir gibt es heute mal einen kleinen Programmtipp. Wer sich am 27. Januar diesen Jahres in oder  um die schöne Rheinlandpfälzische Hauptstadt Mainz befindet, dem sei das XXII. Mainzer Kolloquium mit dem Thema »Buch und Fotografie« ans Herz gelegt, das die Johannes Gutenberg-Universität ausrichtet.

Hier kann man sich das Programm näher besehen. Die Teilnahme ist kostenfrei, nur um eine Anmeldung zwecks Planung wird gebeten.
Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

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Auf einer lange Fahrt

Ich habe heute und morgen Urlaub bekommen und werde daher nicht im Antiquariat die versteckten Bücher suchen, denn mein Weg führt mich heute nach Göttingen zu einer dreitägigen Tagung, an der ich teilnehmen darf. Es geht um etwas, das für Buchwissenschaftler immer von großem Interesse ist: #Lesen. Transformationen traditioneller Rezeptionsprozesse im digitalen Zeitalter.
Das Programm klingt vielversprechend und ich freue mich ganz besonders auf das Panel II zur Leser-Autoren-Kommuniation im sozialgeschichtlichen Rückblickk und im Zeitalter der Digitalität, das Panel III zur Rolle des Lesers im Literaturbetrieb und das Abschlußpanel VIII zum Leseverhalten bei Computerspielen.
Und wer weiß, vielleicht treffe ich auch ein paar bekannte Gesichter aus meinem Studium wieder.

Wenn es die Internetverbindung zuläßt, werde ich in einem Beitrag auch davon berichten.

Desweiteren möchte ich den Beitrag nutzen, um Chrissi von Chrissisbuntelesecouch zu danken. Ich habe bei ihrem Gewinnspiel mitgemacht und daurch die Ausstattung für ein Krimidinner in der Villa Mafiosa aus dem Gmeiner Verlag erhalten. Jetzt brauche ich nur noch Menschen, die Muse für ein Krimidinner haben.

 

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

Frankfurter Buchmesse 2015 || Tag 1

Und vorbei ist er – der erste Tag der Frankfurter Buchmesse 2015. Und man möchte sagen es ist the same procedure as every year. Und jedes Jahr ist es der selbe Streß und Spaß zugleich._DSC6624
Früh ging es für mich Richtung Finanzmetropole und damit zur ab heute für das Fachpublikum geöffneten Buchmesse. Schon im Voraus hatte ich mir meinen Plan mit Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Lesungen gefüllt und wie jedes Jahr mit Kopfschütteln feststellen müssen, daß sich nicht wenige davon zeitlich überschneiden, sodaß ich die Qual der Wahl haben werde, auszuwählen.

Die erste Diskussion fand unter dem provokanten Titel »Soziale Netzwerke – der neue Journalismus?« statt. Es diskutierten der langjährige Blogger Alexander Becker und der Forschungskoordinator des Zentrums für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen Dr. Leif Kramp unter der Moderation des Journalisten der Süddeutschen Zeitung Heribert Prantl miteinander. Dabei fiel gleich zu Beginn negativ auf, daß sich letzerer nicht vorstellte und auch sonst die Moderation eher zum Monologisieren nutzte. Im Grunde drehte sich der Großteil der Diskussion darum, inwiefern es Journalismus im Internet, produziert und verbreitet von nicht im klassischen Journalismus ausgebildeter Menschen, wirklich geben kann. Dabei wendete man viel Mühe auf, eine Grenze zu ziehen zwischen dem bloggenden Wissenschaftler und dem klassischen Journalisten und wenig, Alternativen zu finden. Daß Journalismus auch im Netz und gerade in Blogs stattfindet, sollte allgemein schon bekannt geworden sein, ebenso, daß sich der klassische Journalismus dagegen mit Händen und Füßen wehren will, weshalb Becker da gerade in den sozialen Netzwerken neue Kommunikations- und Filtermöglichkeiten sah. Natürlich kam aber auch die Überforderung der Journalisten, die sich nun mit dem Zwang, zahlreiche Kanäle bespielen zu müssen, konfontiert zu sehen. Während Becker dieses Problem eher eumphemistisch und als Chance betrachtete, erwähnte Dr. Kramp die negativen Seiten dieser Social Media-Wut. Zum Schluß hin kam man dank des Einwurfs eines Zuhörers noch auf die Verantwortungen des Journalismus und auf mangelnde Transparenz der klassischen Presse zu sprechen, wobei offen blieb, inwiefern der neuere – vielleicht auch bessere – Journalismus im Internet da transparenter ist.

Stefan Verra.

Stefan Verra.

Etwas zu spät, aber nicht zu spät, war ich bei Stefan Verras Performance zum Thema Besser ankommen. Körpersprache im Verkaufsgespräch. Der österreichische Körpersprachen-Coach, dessen Buch Hey, dein Körper spricht! Worum es bei Körpersprache wirklich geht (Edel, 2015) Anfang diesen Jahres erschien. Es war zwar mehr Werbung für Buch und Tour denn ernsthafte Tips und Ratschläge zum effektiven Kundenumgang, dafür aber wahnsinnig unterhaltsam und spaßig. Seine Art, die Gestik der Menschen zu deuten und den Zuschauern verständlich aufzuschlüsseln, ist angenehm und regte immer wieder zum Lachen an. So war das ein nettes, entspannendes (wenn man davon absieht, daß ich auf meinen müden Beinen stehen mußte, da alle Sitzplätze schon belegt waren) Zwischenspiel zwischen zwei Diskussionsrunden.

Und damit huschte ich eine Etage tiefer, weiter zur Self Publishing Area in Halle 3.0, wo beim Stand von Kindle Direct Publishing das Thema Social Media für Indie-Autoren behandelt wurde. Dafür, daß ich nie plane, unter die Selbstverleger zu gehen, zieht mich das Marketingthema gerade in diesem Bereich doch sehr an. Jedoch wird immer wieder an die möglichst breite Fächerung der Autoren in allen möglichen Kanälen erinnert, die sie auch aktuell halten sollen. So sind Selfpublisher ohnehin schon sehr stark im Selbermachen – mit leider nicht immer so überzeugenden Resultaten – sodaß ein derart breitgefächertes Marketing ihnen noch mehr aufbürdet. Die Ratschläge der Sprecher, die beide als erfolgreiche Autoren bei Kindle Direct Publishing vorgestellt wurden, gingen in den allgemeinen Rufen nach Social Media auf, sprachen von den allgemeinen Verdächtigten Facebook und Twitter und legten es Autoren nahe, eine Autoren-Webseite zu gestalten, um immer mit den (potentiellen) Lesern in Kontakt zu bleiben. Allgemein entsteht zunehmend der Eindruck, Selfpublisher seien ihren Lesern um vieles mehr verpflichtet als im Verlag gut behütete Schriftsteller. Vielleicht ist das auch so, aber ob die ganze Mühe wirklich am Ende so lohnenswert ist, mag fraglich sein.

Die letzte Veranstaltung für diesen Tag wurde vom Arbeitskreis Elektronisches Publizieren ausgerichtet und hatte den schönen Titel Die fragile Schönheit des Digitalen. Ein Thema, das gerade in der Zeit der Weiterentwicklung der eBooks aktuell und nicht zu vernachlässigen ist. Während man in der Prosa noch gelinde darüber hinwegsieht, wenn der Bildschirm zu klein, die Schriftart zu groß sind und Sätze an den unmöglichsten Stellen umgebrochen werden, sind derarte technische Grobschlächtigkeiten gerade bei der Lyrik der Tod jeder schönen Zeile. An diesem Problem haben sich nun schon einige Verlage die Zähne ausgebrochen und verschiedene Lösungsansätze bis hin zur reinen Darstellung der Gedichte als Bild ausprobiert, doch nichts kam an die schöne, aber auch fixe Typographie des Buches heran. Der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren hat sich dieses digitalen Ärgernisses angenommen und versucht, es zu beheben. Leider war nicht viel mehr zu entlocken, als daß sie den (Denk-)Fehler im Source Code eines eBooks ausmachen, weshalb genau da auch die lösung gesucht werden muß. Wie dann schlußendlich ihre digitale Lyrikedition aussehen wird, das wollen sie auf der Leipziger Buchmesse nächstes Jahr vorstellen und vielleicht verraten sie dann auch, welche Mechanismen sie umgestellt haben, um die Schönheit auch ins Digitale zu tragen.

Danach ging es für mich endlich heim, die Fahrt ist lang. Aber morgen geht es denselben Weg wieder zurück, um den Messetag Nummero 2 anzutreten. Ein Tag, der mit weniger Veranstaltungen aufwarten wird, dafür aber auch ein Autorengespräch zu bieten hat, dem ich freudig und bang zugleich entgegenblicke, denn es wäre mein erstes.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

Und die Reise geht nach… Berlin!

Vor einigen Tagen hatte ich hier über die Bewerbung für die Teilnahme am Nachwuchsparlament zu den Berliner Buchtagen am 18. und 19. Juni diesen Jahres berichtet. Meine eigene Präsentation zum Socia Media-Thema des Selfpublisher-Marketings habe ich eingereicht und zügig die Rückmeldung erhalten, in der zu lesen stand, daß ich nun in knapp zweieinhalb Wochen den Zug nach Berlin nehmen und an zahlreichen Vorträgen und Workshops teilnehmen kann. Die Auswahl war gigantisch und die Entscheidung fiel mir zugegebenermaßen schwer. Führung durch die Tucholsky-Buchhandlung (die mich schon allein wegen des Namens meines verehrten Schriftstellers anzog) oder doch eher zum Verbrecher Verlag? Da war bei den Workshops doch schneller klar, welchen ich am Freitag vormittag besuchen werde: passend zum Thema meiner Präsentation und meiner eigenen Präferenzen ist’s der Kurs zum Thema Autorenmarketing.

Und nun fiebere ich dem Tag meiner Anreise in Berlin entgegen und freue mich schon auf zwei interessante Tage, aus denen ich allerlei neue Impulse und hoffentlich auch neue Kontakte mitnehmen kann. Wer von euch ist denn auch dabei?

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

Persönlich und mit Herzblut gegen Amazon

Antonia Besse ist Verlagsfrau und seit Jahren in verschiedenen renommierten Verlagshäusern wie Ullstein tätig gewesen. Und nun auch Gründerin einer neuen Buchhandelsplattform im Internet, das den wenngleich englischen, aber einfachen Namen MyBook trägt. Man plant großes, will man doch mit seiner Idee in Konkurrenz zu dem Giganten Amazon und seiner altbekannten aber unerreichten Algorithmen treten.

 

Kunden, die das toll fanden, kauften auch…

Und er funktioniert, das ist wohl unbestreitbar. Beim einen besser, beim anderen etwas schlechter, aber der Algorithmus wird optimiert und kann so immer besser Vorlieben untereinander kombinieren. Besser als ein Mensch? Antonia Besse will das Online-Buchgeschäft wieder beseelen und gegen die Entmenschlichung des Verkaufs angehen, das ihrer Meinung auch von den Kunden gewünscht wird, denn sie würden sich »nicht damit zufrieden [geben wollen], empfohlen zu bekommen, was die anderen gut fanden.« (Interview in der Welt) Dazu versammelt sie in ihrem Projekt einundzwanzig namentlich vorgestellte Buchexperten, die sich aus Buchhändlern, Literaturwissenschaftlern und Buchliebhabern zusammensetzen.
Will man nun das Konzept in Anspruch nehmen, so meldet man sich auf der Seite einfach an und füllt einen kurzen Fragebogen aus. MyBooks verspricht dann schon nach kurzer Zeit die ersten Buchempfehlungen per e-Mail. Und dabei sollen die Leseempfehlungen so persönlich und individuell sein wie die vom netten Buchhändler um die Ecke, da man hier Bücher weniger als Handelsware denn mehr als Kulturgüter begreifen will. Hat sich ein Kunde für ein Buch entschieden – egal ob dank Empfehlung oder unabhängig davon – kann er aus dem 4,5 Millionen großen Sortiment wählen und es sich zuschicken lassen. Die Auslieferung übernimmt Libri, doch MyBooks verspricht noch ein Bonbon zusätzlich: das Buch wird »wunderschön verpackt mit gratis Lesezeichen« dem Kunden zugesandt. Und das bis auf den zu zahlenden Buchpreis, der ja allein durch die Buchpreisbindung festgelegt ist, völlig kostenlos. Und das in der Hoffnung, mit dem Versprechen nach Individualität und Persönlichkeit im Internethandel, Gelegenheitsleser und Buchratten wieder auf die Seite zu ziehen. Weg von den unpersönlichen Algorithmen.

Das klingt alles ganz wunderbar, aber leider auch sehr unwirtschaftlich. Ein wenig wie eine schöne Utopie, in der der Buchhändler auf seinem Schemel sitzt, an einer Tasse heißen Tees nippend und jeden seiner Kunden, die seine kleine Bücherstube betreten, persönlich begrüßend und zu seinen eigenen Liebhaberregalen führend. Ob sich MyBooks wirklich zu einer solchen »sympathische[n] Alternative zu Amazon« (Besse) entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Ob die persönliche Beratung im Internet ein kräftigeres Argument ist als der Algorithmus, den (nicht nur) Amazon erfolgreich verwendet, auch.
Daß gerade Amazon jetzt ein Patent für den stationären Buch-Shop ohne Verkäufer angemeldet hat, scheint da geradezu ironisch.

 

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

Bewerbungsphase zum Nachwuchsparlament bei den Berliner Buchtagen

Wer Buchhändlerlehrling, Einsteiger im Verlagswesen, Volontär oder Student eines buchrelevanten Studienganges ist, hat bis zum 17. Mai wieder die Möglichkeit, sich für das alljährlich stattfindende Nachwuchsparlament zu bewerben. Es findet am 18. und 19. Juni, zeitgleich zu den Berliner Buchtagen, statt und bietet kreativen Köpfen ein Forum für ihre Ideen und zahlreiche Workshops und Vorträge. Kontaktfreude ist auch von Vorteil, denn gerade durch das Aufeinandertreffen des Branchennachwuches auf etablierte Vertreter der Buchbranche bieten sich viele Möglichkeiten, beim gemeinsamen Mittagessen oder in den Pausen neue Kontakte zu knüpfen.

Was muß man tun? An sich nicht viel, man muß sich Gedanken um eines der folgenden Themen machen und dabei ein bißchen Kreativität zeigen:

  • Social Media: Stelle mögliche Do’s und Don’ts von Autorenmarketing in Social-Media-Kanälen mit entsprechenden Beispielen in einer Präsentation dar.
  • eBook:
    1. Schreibe einen Essay zum Thema »(Wie) hat sich deine Meinung zu E-Books gewandelt?«
    oder
    2. interviewe einen Kollegen oder anderen Branchenangehörigen über seine Meinung zu E-Books und wie sich diese möglicherweise in der letzten Zeit verändert hat.
  • Digital: Wie kann die Zusammenarbeit von Selfpublishern und Buchhandel ermöglicht werden? Entwickle eine Idee, die beide Seiten dabei unterstützt.
  • Nachwuchsmarketing: Unternehmen wie Daimler, Adidas, IBM, die Deutsche Bank oder auch die Handwerksbranche verwenden bei der Ausbildungs- und Karrierewerbung Motive und Slogans, die idealistische Werte vermitteln.Wie könnte eine ähnliche Kampagne für die Buchbranche aussehen? Welche Werte spielen in unserer Branche eine Rolle?

Per E-Mail bis Einsendeschluß an nachwuchsparlament@boev.de schicken und abwarten, ob man zu den einhundert eingeladenen Teilnehmern gehören darf.

 

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

Neues Buch und Nachruf.

Heute kamen die Post und ich gleichzeitig am Hause an und voller Vorfreude stürmte ich der Postbotin, die heute nur Sachen für mich in den Händen hielt, entgegen. Und ja, eine kleine, leichte Buchsendung war für mich dabei. In einen … Weiterlesen