Heile, heile Segen…

Und mal wieder hatte ich ein Büchlein, das in einem desolaten Zustand zu mir kam. Es war eine kleine Broschur, klammergeheftet, doch komplett in Lagen auseinandergefallen und vom Umschlag gelöst, an dem noch die ausgehärteten Hartleimreste klebten.

Ich begann damit, die einzelnen Lagen zu enteisen. Dieser Begriff beschreibt den Vorgang, die metallenen Klammern zu entfernen. Dies‘ geschieht nicht nur aus Gründen der anschließenden Fadenheftung, auch weil der Rost über die Zeit das Papier zerfrißt. Nachdem alle Klammern heraurausgenommen waren, ging es ans Heften der Lagen.

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Nachdem der Block fertig geheftet ist, wird der Rücken abgeleimt. Hierfür verwendete ich Kleister. Bei diesem Vorgang wird der Leim auf den Buckrücken aufgetragen und zwischen die Lagen massiert, wodurch die Lagen zusätzlich noch verbunden werden.

Während der Buchblock trocknet, widmete ich mich dem Umschlag und seinen Kleberesten. Ich hatte einige Messer zur Auswahl, entschied mich aber erst für Zahnarztbesteck, um das Grobe abzuschaben, danach schnitt ich mit dem Skalpell die Reste ab. Da durch diesen Prozeß das Papier des Umschlages ausgedünnt wurde, habe ich danach den Rücken mit einem Papierstreifen verstärkt.

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Nachdem Umschlag und Block an- bzw. getrocknet waren, habe ich beide zusammengehängt, sprich, den Buchblock mit dem Umschlag verbunden. Zum Pressen mußten mal wieder meine Bücher herhalten, die mit ihrem Gewicht auf dem Broschürchen lasten sollten.

Und das Ergebnis sieht nun so aus:

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

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»Französisch kochen mit Aurélie« von Aurélie Bastian

Leben wie ein Gott in Frankreich – wie ginge das besser als mit der guten französischen Küche? Wenn das noch warme Baguette auf dem Holzbrettchen liegt, während man die Zwiebelsuppe anrichtet und den Quiche aus dem Ofen holt. Die geborene … Weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2015 || Tag 4

Bloggerfrühstück.

Bloggerfrühstück.

Ich weiß, warum ich die Buchmesse an dem Wochenende lieber meide, aber diemal zog mich noch ein Bloggertreffen. Um genau zu sein, das Bloggerfrühstück, das vom Aufbau-Verlag und dotbooks ausgerichtet wurde. Pünktlich auf dem Messegelände angekommen, wurde ich der ersten Menschenmenge gewahr, die sich die Rolltreppen hinaufzwängte und man schob und quetschte, als gäbe es kein Morgen. Mit dabei auch die schon zum Publikumstag gehörenden Cosplayer, die mit weit ausladender Kleidung Platz für drei einnahmen und deren über Gebühr großen Waffenimitaten dem einen oder anderen Messebesucher vor dem Gesicht herumschwangen.

Stand von Bastei Lübbe.

Stand von Bastei Lübbe.

Ich ging also so gut es möglich war, zum Stand von dotbooks, von weitem schon eine dicht gedrängte Ansammlung erblickend. Ich gelangte zum Glück recht gut bis an den Tresen, auf dem unsere Namensschilder lagen, bekam noch einen Beutel mit allerlei Krimskrams in die Hand gedrückt (gefühlte 95% für mich nicht relevante Werbung und ein Buch, für das ich danken kann und es wohl auch lesen werde, das aber so gar nicht meinen Interessen entspricht und für das kostenlose Werbung durch Blogger wohl sehr nötig scheint) und war dann bemüht, in der lauten, gedrängten Menge ein bekanntes Gesicht zu sehen, doch leider erfolglos. Ein wenig von der Masse erdrückt, flüchtete ich doch in ruhigere Hallen und flanierte von Stand zu Stand, um mir fehlende Verlagsvorschauen meiner präferierten Verlage mitzunehmen. Eigentlich wollte ich auch noch andere Bloggertreffen wie das von Vorablesen oder lovelybooks gehen, hatte dann aber doch wenig Muse für solche Gedrängeszenen. Und wenn ich auch lese, wie es anderen Bloggern erging und wie schlimm die Zustände auf manchen Treffen waren, bin ich wohl auch ganz froh, mir diese nicht angetan zu haben.

Ausstellung der Buchpreisgewinner.

Ausstellung der Buchpreisgewinner.

Ich hatte dann zwar noch ein paar schöne Präsentationen mir vorgemerkt – wenngleich die Anzahl branchenrelevanter Vorträge im Vergleich zu den Fachbesuchertagen exorbitant verringert war – doch ermüdete mich das mühsame Vorwärtskommen auf den Gängen derart, daß ich mich in die Orbanism Space rettete und mich auf einem der Hocker niederließ, um meine Beine zu entspannen, bevor ich wieder heimfahren wollte. Und so kam es, daß ich, obwohl Kinderbücher gar nicht mein Metier sind, noch einem Vortrag, ausgerichtet vom Oetinger Verlag, lauschte. Es wurde zuerst Oetingers Schreibportal Oetinger34 vorgestellt, in dem sich Autoren, Hobbylektoren und Grafiker zusammenfinden können, um ihre Ideen zu verwirklichen, die dann, bei Abstimmungen, zur Veröffentlichung im Verlag ausgewählt werden können. Dabei versucht der Verlag Autorentalente, die vielleicht auch schon als Selfpublisher in Erscheinung getreten sind, zu entdecken und an den Verlag zu binden.
Das zweite Projekt, das Oetinger derzeit als Start-Up betreut, nennt sich Superbuch und ist ein Versuch, Kinderbücher mit der Augmented Reality zu verknüpfen (hier zum Beispiel ein Bericht im Buchreport). Dabei kann der Leser mittels eines Tablets und der Software Tigercreate die Bilder im Buch virtuell vor seinen Augen animiert erleben. Bücher, die mit solchen AR-Effekten angereichert werden sollen, sind längt bekannte Backlistschlager wie »Janosch« und »Der kleine Eisbär«. Inwiefern diese Spielerei nützlich und dienlich ist, gerade auch für die Schulung des Medienumganges der Kinder und der kritische Aspekt, daß sie so noch mehr in eine nicht existente, virtuelle Realität eingebunden werden, bleibt abzuwarten. Aber es wird auf ein großes Echo medienbegeisterter Eltern stoßen, die darin ein neues, faszinierendes Spielzeug sehen werden, daß ihre Kinder beschäftigt und sie nicht kreativ (über-)fordert.

Danach packte ich aber meine Sachen und huschte von der immer noch überfüllten Buchmesse und fuhr endlich heim. So gingen vier ereignisreiche, spannende und auch lehrreiche Tage auf der Buchmesse zu Ende, die ich genoß, die mich teilweise erstaunten und stutzen ließen. Und nun heißt es warte auf die Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr. Und darauf, was sich die Branche bis dahin einfallen läßt.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai