Heile, heile Segen…

Und mal wieder hatte ich ein Büchlein, das in einem desolaten Zustand zu mir kam. Es war eine kleine Broschur, klammergeheftet, doch komplett in Lagen auseinandergefallen und vom Umschlag gelöst, an dem noch die ausgehärteten Hartleimreste klebten.

Ich begann damit, die einzelnen Lagen zu enteisen. Dieser Begriff beschreibt den Vorgang, die metallenen Klammern zu entfernen. Dies‘ geschieht nicht nur aus Gründen der anschließenden Fadenheftung, auch weil der Rost über die Zeit das Papier zerfrißt. Nachdem alle Klammern heraurausgenommen waren, ging es ans Heften der Lagen.

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Nachdem der Block fertig geheftet ist, wird der Rücken abgeleimt. Hierfür verwendete ich Kleister. Bei diesem Vorgang wird der Leim auf den Buckrücken aufgetragen und zwischen die Lagen massiert, wodurch die Lagen zusätzlich noch verbunden werden.

Während der Buchblock trocknet, widmete ich mich dem Umschlag und seinen Kleberesten. Ich hatte einige Messer zur Auswahl, entschied mich aber erst für Zahnarztbesteck, um das Grobe abzuschaben, danach schnitt ich mit dem Skalpell die Reste ab. Da durch diesen Prozeß das Papier des Umschlages ausgedünnt wurde, habe ich danach den Rücken mit einem Papierstreifen verstärkt.

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Nachdem Umschlag und Block an- bzw. getrocknet waren, habe ich beide zusammengehängt, sprich, den Buchblock mit dem Umschlag verbunden. Zum Pressen mußten mal wieder meine Bücher herhalten, die mit ihrem Gewicht auf dem Broschürchen lasten sollten.

Und das Ergebnis sieht nun so aus:

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

»Französisch kochen mit Aurélie« von Aurélie Bastian

Leben wie ein Gott in Frankreich – wie ginge das besser als mit der guten französischen Küche? Wenn das noch warme Baguette auf dem Holzbrettchen liegt, während man die Zwiebelsuppe anrichtet und den Quiche aus dem Ofen holt. Die geborene … Weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2015 || Tag 1

Und vorbei ist er – der erste Tag der Frankfurter Buchmesse 2015. Und man möchte sagen es ist the same procedure as every year. Und jedes Jahr ist es der selbe Streß und Spaß zugleich._DSC6624
Früh ging es für mich Richtung Finanzmetropole und damit zur ab heute für das Fachpublikum geöffneten Buchmesse. Schon im Voraus hatte ich mir meinen Plan mit Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Lesungen gefüllt und wie jedes Jahr mit Kopfschütteln feststellen müssen, daß sich nicht wenige davon zeitlich überschneiden, sodaß ich die Qual der Wahl haben werde, auszuwählen.

Die erste Diskussion fand unter dem provokanten Titel »Soziale Netzwerke – der neue Journalismus?« statt. Es diskutierten der langjährige Blogger Alexander Becker und der Forschungskoordinator des Zentrums für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen Dr. Leif Kramp unter der Moderation des Journalisten der Süddeutschen Zeitung Heribert Prantl miteinander. Dabei fiel gleich zu Beginn negativ auf, daß sich letzerer nicht vorstellte und auch sonst die Moderation eher zum Monologisieren nutzte. Im Grunde drehte sich der Großteil der Diskussion darum, inwiefern es Journalismus im Internet, produziert und verbreitet von nicht im klassischen Journalismus ausgebildeter Menschen, wirklich geben kann. Dabei wendete man viel Mühe auf, eine Grenze zu ziehen zwischen dem bloggenden Wissenschaftler und dem klassischen Journalisten und wenig, Alternativen zu finden. Daß Journalismus auch im Netz und gerade in Blogs stattfindet, sollte allgemein schon bekannt geworden sein, ebenso, daß sich der klassische Journalismus dagegen mit Händen und Füßen wehren will, weshalb Becker da gerade in den sozialen Netzwerken neue Kommunikations- und Filtermöglichkeiten sah. Natürlich kam aber auch die Überforderung der Journalisten, die sich nun mit dem Zwang, zahlreiche Kanäle bespielen zu müssen, konfontiert zu sehen. Während Becker dieses Problem eher eumphemistisch und als Chance betrachtete, erwähnte Dr. Kramp die negativen Seiten dieser Social Media-Wut. Zum Schluß hin kam man dank des Einwurfs eines Zuhörers noch auf die Verantwortungen des Journalismus und auf mangelnde Transparenz der klassischen Presse zu sprechen, wobei offen blieb, inwiefern der neuere – vielleicht auch bessere – Journalismus im Internet da transparenter ist.

Stefan Verra.

Stefan Verra.

Etwas zu spät, aber nicht zu spät, war ich bei Stefan Verras Performance zum Thema Besser ankommen. Körpersprache im Verkaufsgespräch. Der österreichische Körpersprachen-Coach, dessen Buch Hey, dein Körper spricht! Worum es bei Körpersprache wirklich geht (Edel, 2015) Anfang diesen Jahres erschien. Es war zwar mehr Werbung für Buch und Tour denn ernsthafte Tips und Ratschläge zum effektiven Kundenumgang, dafür aber wahnsinnig unterhaltsam und spaßig. Seine Art, die Gestik der Menschen zu deuten und den Zuschauern verständlich aufzuschlüsseln, ist angenehm und regte immer wieder zum Lachen an. So war das ein nettes, entspannendes (wenn man davon absieht, daß ich auf meinen müden Beinen stehen mußte, da alle Sitzplätze schon belegt waren) Zwischenspiel zwischen zwei Diskussionsrunden.

Und damit huschte ich eine Etage tiefer, weiter zur Self Publishing Area in Halle 3.0, wo beim Stand von Kindle Direct Publishing das Thema Social Media für Indie-Autoren behandelt wurde. Dafür, daß ich nie plane, unter die Selbstverleger zu gehen, zieht mich das Marketingthema gerade in diesem Bereich doch sehr an. Jedoch wird immer wieder an die möglichst breite Fächerung der Autoren in allen möglichen Kanälen erinnert, die sie auch aktuell halten sollen. So sind Selfpublisher ohnehin schon sehr stark im Selbermachen – mit leider nicht immer so überzeugenden Resultaten – sodaß ein derart breitgefächertes Marketing ihnen noch mehr aufbürdet. Die Ratschläge der Sprecher, die beide als erfolgreiche Autoren bei Kindle Direct Publishing vorgestellt wurden, gingen in den allgemeinen Rufen nach Social Media auf, sprachen von den allgemeinen Verdächtigten Facebook und Twitter und legten es Autoren nahe, eine Autoren-Webseite zu gestalten, um immer mit den (potentiellen) Lesern in Kontakt zu bleiben. Allgemein entsteht zunehmend der Eindruck, Selfpublisher seien ihren Lesern um vieles mehr verpflichtet als im Verlag gut behütete Schriftsteller. Vielleicht ist das auch so, aber ob die ganze Mühe wirklich am Ende so lohnenswert ist, mag fraglich sein.

Die letzte Veranstaltung für diesen Tag wurde vom Arbeitskreis Elektronisches Publizieren ausgerichtet und hatte den schönen Titel Die fragile Schönheit des Digitalen. Ein Thema, das gerade in der Zeit der Weiterentwicklung der eBooks aktuell und nicht zu vernachlässigen ist. Während man in der Prosa noch gelinde darüber hinwegsieht, wenn der Bildschirm zu klein, die Schriftart zu groß sind und Sätze an den unmöglichsten Stellen umgebrochen werden, sind derarte technische Grobschlächtigkeiten gerade bei der Lyrik der Tod jeder schönen Zeile. An diesem Problem haben sich nun schon einige Verlage die Zähne ausgebrochen und verschiedene Lösungsansätze bis hin zur reinen Darstellung der Gedichte als Bild ausprobiert, doch nichts kam an die schöne, aber auch fixe Typographie des Buches heran. Der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren hat sich dieses digitalen Ärgernisses angenommen und versucht, es zu beheben. Leider war nicht viel mehr zu entlocken, als daß sie den (Denk-)Fehler im Source Code eines eBooks ausmachen, weshalb genau da auch die lösung gesucht werden muß. Wie dann schlußendlich ihre digitale Lyrikedition aussehen wird, das wollen sie auf der Leipziger Buchmesse nächstes Jahr vorstellen und vielleicht verraten sie dann auch, welche Mechanismen sie umgestellt haben, um die Schönheit auch ins Digitale zu tragen.

Danach ging es für mich endlich heim, die Fahrt ist lang. Aber morgen geht es denselben Weg wieder zurück, um den Messetag Nummero 2 anzutreten. Ein Tag, der mit weniger Veranstaltungen aufwarten wird, dafür aber auch ein Autorengespräch zu bieten hat, dem ich freudig und bang zugleich entgegenblicke, denn es wäre mein erstes.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

Das neue Angebot für Blogger von buchhandel.de

Die Seite buchhandel.de gibt es schon länger und sie war die erste erfolgreiche deutsche Buchhandelsplattform, die es sich zur Aufgabe machte, den lokalen Buchhandel zu unterstützen. Die kleinen Buchhandlungen, die sich oftmals vom Internetriesen Amazon bedroht sahen. Auf buchhandel.de kauft man das Buch nicht einfach so – man muß bei seinem Kauf entscheiden, über welche Buchhandlung man das Exemplar beziehen will. Durch diese Kaufabwicklung wird der betreffende lokale Buchhandel unterstützt und gefördert.

Nun hat man sich augenscheinlich entschlossen, nicht nur Buchhandlungen und Vertrieb zu stärken, sondern auch Bloggern eine Plattform zu bieten und so entstand ein zartes Pflänzchen, das erste Angebote für Blogger bereitstellt. War es bisher immer für Blogger, die sich meist in der Rechtslage der von ihnen verwendeten Materialien zum Buch (Textauszüge, Cover- und Autorenfotos) nicht auskannten, schwierig, ihre Beiträge ohne große Sorgen auszustatten, will man jetzt auf buchhandel.de Buchcover rechtssicher für Blogger anbieten. Nach einer kurzen Registrierung gibt es eine kleine Einweisung, was mit dem Bildmaterial gemacht werden darf und wie es auf dem eigenen Blog eingebunden werden kann. Eine gute Sache – und ein lobenswertes Entgegenkommen, dem man anmerkt, daß auch die große Zahl an Buchbloggern zunehmend ernst genommen und in ihrer Position auf dem Buchmarkt bestärkt werden sollen.

Ein weitere, gerade erst gestartete Aktion ist Blogger vorgestellt. Man kennt es schon von verschiedenen Blogs: die Blogvorstellungen, in denen sich Blogger gegenseitig die Blogs präsentieren.
Nun finden Buchblogger auch auf buchhandel.de in lockerem Wechsel mit »Buchhändler vorgestellt« ihre Plattform. Dazu ist einfach nur eine kurze e-Mail an das Team von Nöten. Ich bin gespannt, von welchen Blogs wir so in nächster Zeit noch lesen dürfen.

 

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.