[Classic Confessions – No. 2] Habt ihr alle Klassiker, die ihr in der Schule lesen solltet, auch gelesen und welche habt ihr gelesen?

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Ich las schon immer gern und war dementsprechend immer sehr dankbar um guten Lesestoff. Nun weiß ich, daß sich viele meiner Mitschüler schwer mit der Schullektüre getan haben und bei Titeln wie Nathan der Weise oder Der Besuch der alten Dame auch äußerlich laut aufstöhnten und ihre Zeit damit zubrachten, das Buchcover noch weiter zu verschönern (wen da die Kunstwerke interessieren, der mag nach Kaba und Liebe bei den Reclam Büchern suchen). Hut ab auch immer vor denen, die über ein Buch reden oder schreiben konnten, ohne es gelesen zu haben und trotzdem eine gute Note einheimsen konnten. Ich stelle aber die Vermutung an, daß dieses Talent nicht allzu viele besaßen.

So kann ich meine Hand auf’s Herz legen und sagen, daß ich wirklich jedes Buch, das für den Deutschunterricht vorgesehen war, auch gelesen habe. Und das zum Großteil mit Genuß und Gewinn. Da waren Hermann Hesses Steppenwolf, Theodor Storms Schimmelreiter und Stefan Zweigs Schachnovelle. Es kam auch gern mal vor, daß ich ein Buch wärend der Bearbeitungszeit in der Schule noch einmal las, weil es mir so gut gefiel.Mit Goethes Faust bin ich durch mein Zimmer getigert und habe Passagen, die ich sehr schätzte, deklamiert.

Es gab in meiner Zeit nur zwei Bücher, die ich zwar las, das aber auch eher halbherzig. Zum einen war das Süßkinds Das Parfüm und Sophokles‘ Antigone. Das erste fand ich abstoßend und das zweite war wirklich sterbenslangweilig.

Trotzallem habe ich den Großteil meiner Schullektüre noch in meinem Buchregal stehen und das eine oder andere Buch wie Im Westen nichts Neues, Steppenwolf und Unterm Rad sowie die Schachnovelle und sämtliche Bücher meines geschätzten Dürrenmatts las ich auch im Erwachsenenalter noch einmal. Mit ähnlicher Freude, aber auch mit neuen Einblicken in das Buch.
Live. Love. Be. Belive.

Eure Shaakai

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9 Kommentare zu “[Classic Confessions – No. 2] Habt ihr alle Klassiker, die ihr in der Schule lesen solltet, auch gelesen und welche habt ihr gelesen?

  1. Hallo 🙂

    Ich freue mich sehr über deine schöne Antwort zum Thema Schullektüre 🙂

    Bei uns gab es auch einige Kandidaten, die in der Oberstufe einige Bücher nicht gelesen und trotzdem zweistellige Ergebnisse aus den Arbeiten mit nach Hause getragen haben – ich war da auch immer fasziniert, aber das wäre für mich nie in Frage gekommen. Dazu hat unsere Deutschlehrerin zu guten Unterricht und zu gute Werksbesprechung gemacht – wer da nicht mitgemacht hat, ist selber Schuld 😛

    Die meisten Bücher, die ihr gelesen habt, haben wir nicht gelesen – bis auf Faust und Antigone -, wobei ich sagen muss, dass mir persönlich Antigone unheimlich gut gefallen hat. Habe erst danach so richtig angefangen, Dramen schätzen zu lernen. Allerdings muss man auch sagen, dass, wie bereits oben erwähnt, unsere Deutschlehrerin echt klasse war und es mit ihr auch wirklich Spaß gemacht hat, relativ tief in die Werke rein zu gehen. Vor allem Antigone, weil wir das sehr ausführlich gemacht haben.

    Liebe Grüße,
    Antonia

    • Liebe Antonia,

      ja, diese Talente finden sich dann aber auch an der Universität wieder. Wobei es da schon fast obligatorisch ist, daß man die Kunst, über einen Text zu reden, den man nur überflog oder gar nicht las, wenigstens im Ansatz beherrscht 😀

      Es ist wirklich ein Segen, wenn die Lehrerin bei euch es gut verstand, die Texte mit dem Schülern so zu bearbeiten, daß man daraus auch wirklich etwas mitnimmt und die Lektüre nicht nur stumpf nach Schema F durchkaut. Ich denke, da liegt auch oftmals die Krux, warum viele Schüler der Schullektüre so kritisch gegenüberstehen. Die Literatur, die da gelesen werden muß, ist per se ja erstmal nicht langweilig oder schlecht, doch oftmals trägt die Art, wie man dann die Schüler dazu bringt, sich näher damit zu befassen, erst dazu bei, daß Schüler dem ablehnend gegenüberstehen und auch noch nach der Schulzeit keine wirklich guten Erinnerungen an die Klassiker haben.

      Bei der Antigone fand ich schon beim Lesen den Charakter sehr nervig. Ich weiß, das ist mit den Augen einer neuzeitlichen Leserin rezipiert, aber das versperrte mir von Beginn an den Zugang zu dieser Tragödie, auch wenn ich immer ein großes Interesse für antike Mythologien und Sagen hegte. Da fand ich moderne Dramen – etwa ab Zeit der Aufklärung – weit spannender und für mich lebensnäher.
      Aber ich finde es schön, daß Du dem antiken griechischen Theater etwas abgewinnen konntest, für mich blieb dann eher Äsop und seine wunderbaren Fabeln 🙂

      Liebe Grüße

      Shaakai

  2. Oh, das ist so schön, dass du deine Schullektüre auch (meist) genossen hast! 🙂
    Das Talent, über ein Buch zu reden/schreiben das ich nicht gelesen habe, besitze ich übrigens nicht. In der Schule habe ich eh immer alles gelesen, aber im Studium hab ich mich dann doch vor dem einen oder anderen Buch gedrückt (aus Zeitgründen, da es teilweise ja doch 2-3 Bücher pro Woche waren) und was soll ich sagen: diese Prüfungen waren dann nicht gerade meine Glanzleistung. *gg*

    Ich muss ja gestehen, dass ich noch gar nichts von Stefan Zweig gelesen habe. Als Österreicherin und Germanistin ist das echt zum Schämen. Dabei will ich eh schon seit einer Ewigkeit mal was von ihm lesen!

    • Ich glaube auch, im Studium wird schon eher damit kalkuliert, daß man eh nicht alles schafft oder sehr effizient lesen muß (so fünfzig Seiten in 10 Minuten vor dem nächsten Seminar ^^).
      Ja, Stefan Zweig empfinde ich wirklich als lesenswert. Gut, mich verband mit seiner Schachnovelle auch einfach meine Liebe zum Schachspielen und gerade in der Zeit spielte ich in einem Verein, von daher waren meine Anknüpfungspunkte an diese Erzählung doch sehr eng.

      Viele liebe Grüße 🙂

      Shaakai

  3. Hallo 🙂

    Verrückt, wie unterschiedlich Geschmäcker sind.
    Ich habe (oder mache es noch immer, bin noch Schülerin) zwar immer alle Bücher gelesen, aber die meisten ohne viel Freude. Kabale und Liebe, Kleider machen Leute… fand ich alles schrecklich 😀
    Goethe ging immer noch, aber verstanden habe ich davon auch nicht viel…

    Mein Liebling dagegen war (ist) Das Parfum. Ich fand das Buch so unheimlich toll, wenn auch extrem eklig.
    Auch Shakespeare (im Unterricht haben wir Romeo & Julia gelesen, ich habe danach noch weitere von ihm gelesen) gefällt mir äußerst gut.

    Ich glaube aber auch, dass es extrem am Lehrer liegt. Meine Lehrerin versucht zwar immer viel, aber so wirklich erreichen kann es mich nicht. Ich bin aber generell nicht der Mensch, der in großen Gruppen gerne über irgendwas diskutiert.
    Ich gehöre bei den meisten Büchern auch eher zu der Gruppe, die die Buchcover verschönert^^ (die Hamburger Lesehefte eigenen sich dafür wunderbar – muss man nur noch ausmalen :D)

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Hattest Du denn da auch »Schlafes Bruder« von Robert Schneider gelesen? Es soll dem »Parfum« ähnlich sein. Ich weiß, daß beide Bücher die Leser begeistert haben (und es wurde bestimmt nicht ohne Grund erst zwanzig Jahre nach seiner Veröffenlichung verfilmt – wir hatten es noch vor der Verfilmung gelesen und ich weiß nicht warum, aber aus irgendeinem Grund stieg um diese Zeit das Interesse an diesem Buch rasant an).
      Shakespeare ist wirklich ein Phänomen. Seine Dramen sind anscheinend so lebensnah, daß man sie einfach mögen muß. Wir hatten damals leider kein Werk von ihm gelesen, was ich doch etwas bedauerte, da er für mich zum Kanon einfach dazugehört, aber wir hatten eine recht passable Hamlet-Verfiilmung angeschaut. Danach hatte ich nur »Macbeth« angelesen.

      Ah, Du hattest auch die Hamburger Lesehefte? Ich liebe sie! Sie waren optisch wirklich um Meilen schöner als die Reclambücher und ja, die Coverbilder waren immer auch ansehnlich. Und es gab bei uns dann immer die TipEx-Maler, die die weißen Flächen noch stärker ausgedehnt haben 😀

      Liebe Grüße

      Shaakai

  4. Hallo,

    ein sehr interessantes Thema die Schullektüre. An das meiste kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur noch an die letzten Bücher, die wir damals während meiner Allgemeinen Fachhochschulreife gelesen haben. Da haben wir unter anderem auch „Das Parfum“ gelesen, dies war das erste Buch, bei dem ich wusste was mich erwartet, weil ich es privat schon lange vorher mal gelesen hatte. Ich finde das Buch nach wie vor gut, es mag Stellen geben an denen es einen schüttelt, aber nicht destotrotz finde ich das es ein gutes Buch ist.

    Weitere Bücher die wir gelesen haben waren: „Der Hofmeister“ von J.M.R. Lenz, „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth und „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann. Alle drei waren für mich typische Schullektüre, die ich zwar gelesen habe, aber nie wirklich gemocht habe, es war für mich reines Pflichtlesen.

    Dann gab es noch ein Buch, das mich insoweit überrascht hat, das es sich von der Schullektüre, wie den drei vorangegangen Büchern unterschied. „Im Krebsgang“ von Günter Grass fand ich sehr gut, das hab ich schon nach kurzer Zeit freiwillig gelesen. Ich hab aber trotzdem nie weitergelesen, als uns aufgetragen wurde, um nicht bei den Testfragen vielleicht noch durcheinander zu kommen.

    In Englisch mussten wir damals auch ein Buch („The Glass Castle“ von Jeanette Walls – deutsch: „Schloss aus Glas“) lesen und ich mit meinen kümmerlichen Englisch Kenntnissen, habe auch dieses Buch komplett gelesen, allerdings habe ich parallel dazu die deutsche Übersetzung gelesen um überhaupt zu wissen um was es da geht. Das Buch war auch sehr beeindruckend.

    Ich habe immer jede Lektüre gelesen, die wir lesen mussten, aber ich denke mal, wenn ich das nicht getan hätte wäre ich durch so manchen Test und/oder Klausur gefallen.

    Während wir die Bücher immer nur einmal durchgenommen haben, sowie auch die meisten Gedichte, Balladen und der gleichen, gab es eine Ballade die mich von der 6ten Klasse (danach erfolgte der Schulwechsel in die Oberschule) bis zur 9. Klasse begleitet hat. „Die Bürgschaft“ von Friedrich von Schiller musste ich zwar nur einmal lernen, aber in den Folgejahren tauchte sie immer wieder auf und wenn es nur kurz darum ging irgendwas zu besprechen. Ich kann die ersten Verse der Ballade heute noch, würde mich aber jemand fragen wie ich sie finde, könnte ich keine Antwort geben, weil ich sie einfach nicht mehr sehen kann und nicht mehr halbwegs objektiv dabei bin.

    Alles in allem bin ich froh das ich jetzt selber bestimmen kann was ich lese und was nicht.
    Liebe Grüße folald

    • Meine liebe Fol, vielen Dank für Deinen Kommentar 🙂

      Wenn ich das so sehe, habt ihr aber einige Bücher gelesen, die ich so gar nicht als klassische Schullektüre einordnen würde. Ödön von Horvath mußte ich erst im Rahmen eines Seminars lesen, war von ihm aber hellauf begeistert.
      »Im Krebsgang« – ich erinnere mich, das haben wir in der Oberstufe auch gelesen und ich freue mich, in Dir jemanden zu finden, der das Buch auch gut fand. Bei uns in der Klasse fand es damals nur mittelmäßiges Echo, während es bei mir alle jugendlichen Vorteile (alter Mann = alte, langweilige Literatur ^^), die ich gegenüber Grass hegte (Asche auf mein Haupt) beseitigte und ich Grass seit dem als großartigen Literat ansehe, dessen Tod mich auch betrübte.

      Hut ab, daß Du Dir dann die Mühe in Englisch machtest, ein Buch parallel in zwei Sprachen zu lesen. Ich hatte es mir damals einfach gemacht. Wir durften uns in Gruppen jeweils ein Buch auswählen und bei mir fiel die Wahl sofort auf Sherlock Holmes. Darüber hätte ich sogar ohne es auf Englisch lesen zu müssen, eine halbe Schulstunde referieren können ^^

      Ein Bürgschafts-Trauma? Gedichte von Schiller auswendig zu lernen, kann aber wirklich als Strafarbeit angesehen werden und ich könnte es verstehen, wenn Du bei einer Frage nach Deiner Meinung dazu nicht sehr euphorisch wärest.

      Liebe Grüße an Dich!

      Shaakai

      • Hallo Shaa,

        „Im Krebsgang“ fand bei mir in der Klasse damals auch nicht unbedingt anklang, es gab noch 2 weitere die gesagt haben das sie es gut fanden, aber der Rest…

        Wie gesagt mir blieb nichts anderes übrig, sonst hätte ich da absolut nichts verstanden. Hätte wir wählen können aus allem was ging, ich hätte mich für Nora Roberts entschieden, wobei die Entscheidung für ein bestimmtes Buch nicht leicht gewesen wäre.

        Ja so könnte man es nennen. Meine Deutsch-Lehrer müssen den geliebt haben.

        Liebe Grüße folald

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