Montagsfrage: Verleihst du deine Bücher?

Diese Frage kann ich nicht mit einem direkten Ja oder einem kategorischen Nein beantworten. Gerade bei einem so vertrauensabhängigen Thema wie dem Verleihen der persönlichen Gegenstände bin ich ein sehr abwägender Mensch. Bücher sind mir ein liebes Gut und leider habe ich, wie Buchfresserchen selbst, ein paar Mal die Erfahrung machen müssen, daß von mir verliehene Bücher in einem desolaten Zustand zurückkamen. So hatte ich zum Beispiel dereinst »Er ist wieder da« von Timur Vermes an eine Freundin (die aber immer noch zu meinem engen Freundeskreis zählt) verliehen, da sie es nach meiner euphorischen Schilderung ebenfalls lesen wollte. Dieses Buch gefiel mir auch gerade durch seine minimalistische Aufmachung und ich achtete immer darauf, daß das weiße Cover nicht beschmutzt wurde. Nach einigen Wochen erhielt ich mein Buch zurück – mit schwarzen Striemen auf Cover und Schnitt, wodurch es in meinen Augen leider enorm entwertet wurde.

Ich wäge deshalb bei Buchentleihungen aus meinen Regalen sehr sorgfältig ab: hat das Buch einen hohen ideellen oder materiellen Wert, dann bleibt es unter allen Umständen bei mir. Jemand, der es lesen möchte, muß dann zu mir kommen (ja, es erinnert den einen oder anderen wohl an eine Präsenzbibliothek, aber lieber so, als wenn ich das Buch schlußendlich trotz aller Versprechungen wiederbekomme, als sei eine Herde Antilopen darübergaloppiert). Bücher, die für mich den Wert eines reinen Gebrauchsgegenstandes haben, die also auch gern in einem akzeptablen Rahmen benutzt aussehen dürfen, dagegen verleihe ich hin und wieder an Freunde und Bekannte, die ich als zuverlässig und sorgsam kenne. Da kann dann auch mal die ein oder andere, schwer zu vermeidende Leserille dabei sein oder ein Eselsöhrchen seinen Weg an eine Ecke finden. So lange ich das Buch überhaupt wieder bekomme und es noch nach einem gebundenen Buch aussieht und nicht einer Loseblattsammlung mit Wasserschaden gleicht.

Ich selbst achte bei ausgeliehenen (und eigenen) Büchern auch streng darauf, sie nicht zu beschädigen. So habe ich das Geschenk einer Freundin – eine Tablettasche für ein nicht vorhandenes Tablet – zur Buchtasche umfunktionalisiert, als ich entdeckte, daß viele der handelsüblichen Bücher darin perfekt Platz finden und in meiner Tragetasche wunderbar vor widrigen Einflüssen geschützt sind.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai

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9 Kommentare zu “Montagsfrage: Verleihst du deine Bücher?

  1. Hallo Shaakai

    Das Problem mit dem Bücher verleihen kommt mir sehr bekannt vor. Ich persönlich verleihe nur noch Bücher an Familienmitglieder und selbst da nur ausgewählte Bücher. Es dauert einfach zu lange bis ich die Bücher wiederbekomme, wenn überhaupt mal.

    Ein Buch hab ich bis heute nicht wiederbekommen (verliehen vor mehr als einem Jahr), das ärgert mich jedes mal wenn ich die Lücke im Regal sehe. Ich bin kurz davor mir das Buch nochmal zu kaufen, weshalb ich wahrscheinlich bald gar keine Bücher mehr ausleihe. Es wird aber immer Bücher geben bei denen ich eher noch sagen würde okay das verleihe ich, aber andere unter gar keinen Umständen. Das sind dann Bücher die ich selbst nur schwer bekommen habe, die signiert sind, oder die ich geerbt habe und schon alt sind und (fast) auseinander fallen.

    LG folald

    • Meine liebe Folald,

      wie freue ich mich, von Dir einen Kommentar zu lesen. Daß in Deinem Regal eine wartende Lücke sich auftat, ist immer traurig. Um welches Buch handelte es sich und hattest Du betreffenden Buchleiher darauf angestupst, daß er Dir da noch etwas zurückgeben muß?

      Signierte und alte Bücher verlassen auch nicht meine heimischen Buchregale – da ist das Risiko auch mir einfach zu hoch.

      Liebe Grüße auch an Dich!

      • Das Buch ist von Cecelia Ahern: P.S. Ich liebe dich
        Ich dachte ich hätte es meiner Cousine ausgeliehen, als ich sie gefragt habe meinte sie nein sie hat keins, also kann es nur bei 2 weiteren Personen aus der Familie sein, aber das passt nicht, die lesen eher was anderes. Wenn ich das nächste mal bei meiner Cousine bin muss ich einfach mal bei ihr nachschauen und dann fragen, dauert aber halt auch noch eh ich mal wieder bei ihr bin.

        LG folald

  2. Bei mir ist es so, dass ich meine Bücher meistens verschenke oder verkaufe.
    Sonst würde ich mich irgendwann nur noch in Büchern wiederfinden … Ausnahme ist meine Serienkiller Sammlung – die verleihe ich auch ungerne oder nur an wirklich gute Freunde …

    Liebe Grüße
    Justine

  3. Ich bin da auch sehr Vorsichtig, aber eher weil ich Angst habe, dass ich sie nicht wieder bekomme. Ich liebe meine Bücher und ich will sie auch in der Wohnung haben, selbst wenn irgendwann alle Wände voll mit Bücherregalen sind. Ich mag auch Gebrauchsspuren an Büchern, weil ich mich einfach gerne daran erinnere wann ich die Bücher gelesen habe und nicht nur an den Inhalt des Buches. Ich verleihe meine Bücher also nur an Leute die ich wirklich mag und von denen ich weiß, dass ich es wieder bekomme, dann würde mich auch ein Fleck oder ähnliches nicht stören.Ich habe ein Taschenbuch, dass ich mal im Urlaub mit einer Freundin dabei hatte und wir haben es beide gelesen, es war auch mit am Strand und das sieht man ihm an, aber immer wenn ich es anschaue muss ich an diesen Urlaub denken. Aber Patina in allen Ehren, bei ganz fiesen Gebrauchsspuren würde es bei mir auch aufhören…
    Liebe Grüße, Katharina.

    • Liebe Katharina, vielen Dank auch für Deinen Kommentar. Ich glaube, die größte Sorge beim Verleihen der Gegenstände, die einem das Liebste sind, ist wirklich die ständige Ungewißheit, ob man sie wiedersieht. Dein Gedanke mit dem Buch als Erinnerungsträger ist vollkommen verständlich und wenn es schöne Erinnerungen sind, dann ist auch ein eigentlicher Schaden am Buch ein nettes Souvenir, über das man gar nicht böse sein kann. Ich habe auch ein Buch mit einem Schokoladenfleck – an sich ein Ärgernis, aber das Gefühl, daß ich mit dem Ereignis verbinde, als der Fleck unauslöschlich auf’s Papier wanderte, ist einfach zu schön und soll in meinem Gedächtnis bleiben, sodaß ich diesen Fleck mit ganz anderen Augen sehe.
      Insofern fand ich Deine kleine Schilderung des Taschenbuches als ganz bezaubernd – ich kann das voll und ganz nachempfinden.

      Auch an Dich einen ganz lieben Gruß!

  4. Bei mir ist das auch sehr unterschiedlich. An sehr gute Freunde und Familienangehörige, wo ich weiß sie passen auf meine Bücher auf, verleihe ich sie sehr gerne. Jedoch, wenn mir die Bücher viel bedeuten bleiben sie bei mir, da habe ich einfach zu große Angst das sie kaputt gehen.
    Liebe Grüße, Marjana

  5. Huhu, ich bin zwischenzeitlich wirklich eigen mit dem Verleihen von Büchern. Nur noch meine Mum bekommt meine Bücher ausgeliehen und vielleicht noch mein Bruder, wenn er mit seinem Leben schwört, dass er darauf auspackt.
    Leider habe ich diesbezüglich ganz schlimme Erfahrungen gemacht. Einmal bekam ich ein Buch (das ich selbst noch nicht gelesen hatte und daher absolut neu war) zurück und das aht ausgeschaut… das kannst du dir nicht vorstellen…. Mein Herz hat geblutet…
    Und dann gibt es da Bücher, die ich einfach nie wieder gesehen hab… da wurde plötzlich behauptet, dass derjenige das Buch nie von mit ausgeliehen hat. Und ich schreib mir sowas extra auf. Naja…. so macht eben jeder seine Erfahrung und ich hab daraus meine Schlüsse gezogen.

    Ich selbst leihe mir Bücher auch nur noch über meine Onleihe-App. Gar nicht mehr von Freunden. Ich weiß selbst nicht warum, weil ich auch sehr pfleglich damit umgehe. Aber ich habe auch einen monströsen SuB, da muss ich nicht noch unbedingt anderer Leute Bücher leihen 😀

    Viele liebe Grüße
    Nelly von Nellys Leseecke

    • Hallo Nelly, es ist immer traurig zu lesen, wieviele Menschen doch schlechte Erfahrungen mit dem Verleihen von Büchern gemacht haben. Ich meine, bei anderen Dingen ist es ja auch selbstverständlich, daß man darauf besonders aufpaßt, wenn sie geliehen sind. Oder wer würde denn geliehenes Handwerkszeig einfach so sang- und klanglos defekt oder verschmutzt mit gutem Gewissen zurückgeben? Aber bei Büchern ist die Sichtweise darauf komischerweise bei so einigen verschoben.
      Ich hatte und habe aber auch immer wenig Bücher von Freunden geliehen – dann ging ich eher in die Stadtbibliothek.

      Viele liebe Grüße an Dich!

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