Buchmesse Leipzig 2015 Tag 2

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Traditionelles japanisches Bogenschießen

Buchmesse. Tag 2.

Was mir heute bewußt wurde: man bekommt erstaunlich wenig vom Gastland auf der Leipziger Buchmesse mit. Dieses Jahr ist es Israel, doch außer einer Fläche zwischen den Ständen ausländischer Verlage und einiger Lesungen und Vorträge mit isrealischen Schriftstellern ist es nur ein schwacher Nimbus des Gastlandes, den man als Besucher wahrnimmt. Nicht zu vergleichen mit der Frankfurter Buchmesse (zur Information: dieses Jahr ist Indonesien das Gastland der Messe), die großen Aufwand betreibt, das Land in den Mittelpunkt der gesamten Messe zu stellen.

Begonnen habe ich den zweiten Tag mit einem kurzen Gang durch die Halle 1, in der sich die Comic- und Manga-Convention befindet. Die erste, wie man immer wieder lesen kann. Eine ganze Halle für all die Mangaliebhaber, die Cosplayer, die Fans großer, flauschiger Kuscheltiere. Es war reges Leben schon früh am Morgen in der Halle, erste Besucher verschwanden in den bereitgestellten Umkleidekabinen, um in ihre Kostüme zu schlüpfen. Es wurde an einem Stand das wirklich faszinierende, ritualisierte Bogenschießen der Japaner gezeigt, auf einer anderen Bühne wurden Colorations- und Zeichentechniken vorgestellt, Japanischsprachkurse wurden angeboten, zahlreiche Stände verkauften unzählbare Mangas und Comics und Merchandise-Artikel. Für viele Besucher der Messe auf alle Fälle ein Anziehungsmagnet. Ein Entgegenkommen der Leipziger Buchmesse für die gewinnbringenden Cosplayer.

Thomas Wagner

Thomas Wagner

Nach dem Besuch dieser Halle ging es weiter zu einem heute doch gelockerten Fachprogramm. Der erste Vortrag, dem ich beiwohnte, war von Thomas Wagner und klang doch recht futuristisch. Robokratie. In diesem spannenden Vortrag sprach Wagner über die Zukunftsvorstellungen so mancher Multimilliardäre und Entwickler, Mensch und Maschine zu Einem werden zu lassen, das Wesen und die Gedanken eines Menschen zu digitalisieren und in die Cloud hochzuladen und die KI besser zu entwickeln als den Menschen, sodaß diese bald die Menschen übertreffen und ersetzen kann. Klingt abstrus und etwas beängstigend? Wagner jedenfalls mahnte vor all zu euphorischen Höhenflügen.

Den nächsten Vortrag hielt Dr. Michaela Neumann (everybody’s public) und er war vorallem an die Berufseinsteiger gerichtet und einem sehr aktuellen Thema gewidmet: dem digitalen Fußabdruck im Internet, den jeder potentielle Bewerber hinterläßt und damit auch Futter für mögliche Arbeitgeber liefert. Sie zeigte, worauf Arbeitgeber schauen und wie man als Schul- oder Studienabgänger eine möglichst optimale Visitenkarte seiner selbst im Netz hinterläßt, damit es nachher nicht heißen muß: »Das sind offenbar Sie beim Feiern…«.
Direkt im Anschluß eine Bühne weiter sprach Wolfgang Tischer (literaturcafe.de) über das angemessene Verhalten von Autoren auf negativen Kritiken, vorallem  auf Amazon. Neu waren seine Ratschläge nicht, aber sein munteres Wesen und seine humorvolle Art machten die Ratschläge einprägsam und es bleibt zu hoffen, daß die anwesenden Autoren nun auch bei diffamierenden, negativen Kommentaren auf jedweden Internetplattformen einen kühlen Kopf bewahren und den Ball mit literarischer Finesse zurückspielen.

 

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai.

 

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