Frankfurter Buchmesse Tag 2

Tag 2 der Buchmesse ist nun vorüber und er war wieder recht einnehmend, auch wenn ich heute in gar nicht vielen Veranstaltungen zugegen war.
Zuerst ging ich ins Forum, in welchem besonders die ARD mit ihrem Rundfunk und Fernsehbereich präsent ist Neben einem Café, bei dem man sich ein warmes Getränk zur Entspannung holen und sich an einen der vielen Tische setzen kann, hat man auch die Möglichkeit, dauernd Informationen über diverse offen zugängliche PCs zu erhalten. Autoren geben sich hier halbstündlich die Klinke in die Hand – sei es auf der Filmbühne mit Live-Übertragung oder im angrenzenden Gläsernen Studio.

Und genau vor ebenjenem Gläsernen Studio saß ich anderthalb Stunden und lauschte beziehungsweise sah dem Gespräch von Kristian Thees mit Katja Eichinger, Anthony McCarten und Sonja Kraus zu, die über ihre jeweiligen literarischen Neuarscheinungen sprachen. Dabei war das eine Aufzeichnung für den SWR3 und seine Sonntagsshow.
Die Journalistin und Filmkritikerin Katja Eichinger, die bis zu seinem Tod mit dem bekannten Filmproduzenten Bernd Eichingern (Der Name der Rose) verheiratet war, sprach über ihr kürzlich erschienenes Buch BE – eine Biographie über ihren Mann. Mit einem nicht enden wollenden Lächeln (sehr schade, dass man das bei einer Radioproduktion nicht sieht) erzählte sie aus ihrem und Bernd Eichings Leben und gab allerlei lustige Anekdoten zum Besten, denen man gern und aufmerksam zuhörte.
Der nächste Gast auf der Liste war dann Anthony McCarten, mit dem Thees auch über sein neues Buch Ganz normale Helden (Diogenes) sprach. Dabei kam doch gleich noch heraus, dass sich McCarten, bedingt durch seine deutsche Freundin, einen kleinen deutschen Sprachschatz etablierte, den er gleich stolz vorzeigte. Angespornt durch die fast überschwängliche Motivation Thees‘, dem man die Freude an seiner Arbeit förmlich ansah, sprach McCarten über sein Leben als Jugendlicher in Neuseeland, wie er zum ersten Mal einen Fernseher zu Gesicht bekam, wie er lernte, mit PC-Spielen umzugehen und welche Rolle Literatur in seinem Leben spiele. Im gesamten gesehen, war das das beste und energievollste Interview mit dem neuseeländischen Schriftsteller, das ich bis jetzt gesehen habe.
Als dritte (und für mich letzte, denn es sollte noch Lothar Mattheus interviewt werden, doch da war ich schon in neuen Gefilden) kam Sonja Kraus, und redete über ihr neues Buch Baustelle Baby und ihr Leben als zweifache Mutter. Dabei mutete das Ganze manchmal, bedingt durch ihre etwas aufgedrehte Ader, doch recht komisch an und glich stellenweise eher einem pseudofundiertem Biologieunterricht als wirklich einer Buchbesprechung.

(buchmesse.de)

Bei solcher Art Bücher ist es aber wohl sowie so: entweder man mag sie oder eben nicht.
Und ich denke: ich würde es nicht mögen.

Jetzt ging es ein Stockwerke hinauf ins Herzstück der diesjährigen Messe: den neuseeländischen Pavillon.
Ihn zu beschreiben fällt zugebenermaßen recht schwer, ist es doch eher eine Erfahrung für alle Sinne – mit Musik, Performance, Filmen, Licht und Schatten und Sprache wird dort gearbeitet und experimentiert, sodass sich der Besucher wie in einem Traum befindlich wähnt. Dabei umgibt einen auch noch Dunkelheit, nur an der Decke leuchten wenige Lampen wie Sterne auf, die sich im Wasser der großen Bassins spiegeln. Da muss man ganz schön aufpassen, dass man nicht ausversehen da hineintritt oder gar -fällt.

(buchmesse.de)

Aber nicht umsonst heißt das Motto der diesjährigen Messe und des Gastlandes auch „While you were sleeping“.

Auf alle Fälle ist der Pavillon einen Besuch wert und wer sich von der faszinierenden Performance mit auf eine Reise in dieses Land, seine Kultur und Literatur mitnehmen möchte, sollte auf jeden Fall einiges an Zeit mitbringen, um den Pavillon in seiner ganzen Größe zu erkunden und auch die kleinen versteckten Schätze in den Nischen zu finden. Und auch so kann man sich einfach an den Rand eines der Wasserbassins setzen und den Klängen zuhören und den Lichtreflexionen im Wasserspiegel zuschauen. Entspannend vom ganzen Trubel und der Hektik der Buchmesse, denn auch wenn der Pavillon manchmal recht voll werden kann, ist es hier erstaunlich ruhig.

Danach ging es ausgeruht und zunächst etwas durch die Dunkelheit orientierungslos zurück ins  Forum, um mich mit der Bloggerin von Vitrinenglas, ebenso ein Buchblog, zu treffen. Gemeinsam ging es dann noch zu Facebook, Google+ & Co. – Social Media und Arbeitsrecht, einem Vortrag, der sich besonders an Arbeitnehmer und – geber richtete und Grenzen und Möglichkeiten der Nutzung sozialer Medien aufzeigte, aber auch die Gefahren, die damit im Besonderen für Arbeitnehmer verbunden sind. Kündigungsklagen, weil einem Arbeitnehmer aufgrund einiger unbedachter Äußerungen über seinen Chef auf Facebook die fristlose Kündigung überreicht wurde, gibt es zuhauf und es werden immer mehr. Dabei illustrierte Prof. Dr. Wedde an einigen gut gewählten Beispielen, dass gerade durch die Nutzung es vielen Arbeitnehmern zunehmend schwer fällt, Arbeitsleben und Privates zu trennen: Folgen von dieser Dauerbelastung seien Krankheiten und Übermüdung. Allein schon deshalb müsste es Arbeitgebern ein Anliegen sein, seine Arbeitnehmer auf die Gefahren selbigens hinzuweisen.

Den Abschluss des Tages bildete noch der täglich ausgestrahlte Büchermarkt auf DLF, der heute live von der Buchmesse sendete und neben einem Gespräch über den aktuellen Nobelpreisträger Mo Yan auch über die Umbrüche in der Buchbranche und das Urheberrecht sprach.
Danach ging es noch eine halbe Stunde über den vor der Messe befindlichen Platz mit Ständen verschiedener Antiquariate, die dort einen Teil ihrer Bücher anboten.

Jetzt wird noch der Plan für morgen erstellt, denn natürlich sind auch morgen wieder allerhand gute und interessante Lesungen und Vorträge.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai

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