Zwei Tage in Berlin

Wie ich vor einigen Wochen hier schrieb, durfte ich nach Berlin reisen, um dort am Nachwuchsparlament teilzunehmen, das dort gleichzeitig mit den Berliner Buchtagen am 21. und 22. Juni stattfand.

Nach einer langen (Nacht-)Zugfahrt kam ich ziemlich übermüdet am frühen Morgen in der deutschen Hauptstadt an und hatte noch etwas Zeit, um das Congresscenter zu suchen, mich auf dem Alexanderplatz genüsslich zu tun und um mich mit Freunden zu treffen.

Danach ging es kurz vor 12 Uhr ins Congresscenter, wo ich auch schon feststellen konnte, dass das eine bunt gemischte Gruppe aus verschiedensten Nachwüchslern und „alten Hasen“, wie sie während der Vorträge immer wieder gern genannt wurden, werden würde. Denn hier trafen u. a. Auszubildende des Buchhandels und Studenten verschiedener Universitäten auf Verleger, Autoren, Mitarbeiter des Börsenvereins oder Buchhändler.
Und genau das war auch das Anliegen des Nachwuchsparlamentes, wie es Bildungsdirektorin Monika Kolb-Klausch und Nachwuchssprecher Tony Stubenrauch immer wieder ausdrücklich betonten.
So konnte ein Austausch stattfinden und jeder kann von dem anderen lernen.

Um halb 1 wurden dann alle Teilnehmer des Nachwuchsparlamentes von Kolb Klausch und Stubenrauch begrüßt und zur Einstimmung auf das Thema Innovationen wurde von Frau Dr. Gensche Joost ein Impulsvortag zu „Cross Innovation – Perspektiven aus der Forschung“ gehalten. Ein wahnsinnig interessanter und inspirierender Vortrag, in dem uns verschiedenste Neuerungen vorgestellt wurden, die man später auch nutzen könnte, um das Lesen eines Buches interaktiver zu gestalten. So gibt es beispielsweise derzeit Versuche, Gefühle über elektronische Medien zu übertragen, Geräte allein mit der Berührung eines Stoffstückes zu steuern, Musik über Berührungen in ihrer Tonlage zu verändern und die Kommunikation zu verändern (Als Beispiel wurde die Taubblindensprache Lormen angebracht, bei der die Kommunikation des Sprechers und „Hörers“ über verschiedene Berührungspunkte auf der Handfläche erfolgt. Nun forscht man an einem Handschuh, den der Taubblinde trägt und darauf seine Nachrichten „tippt“. Diese Nachricht wird an ein iPhone oder ähnliches weitergeleitet und transkribiert, sodass der sehende  Kommunikationspartner sie lesen und darauf antworten kann. Diese Antwort wird an den Handschuh übermittelt und es werden leichte Impulse ausgelöst, die es dem Taubblinden ermöglichen, die Antwort zu verstehen.).

Nach einem guten Mittagessen ging es weiter; man hatte die Wahl an der Teilnahme eines Vortrages oder an drei Round-Tables. Da zwischen fast 15 interessant klingenden Optionen zu wählen, war nicht einfach.
Schlussendlich ging ich zum Vortrag Buchmarketing: Möglichkeiten des Erfolgs, in dem Alexander Skipis das Vorhaben einer Marketingkampagne den Zuhörern vorstellte, da man derzeit wohl der Ansicht ist, dass das Buch in großer Konkurrenz zu anderen Medien stehe und ein Imageproblem habe. Ich habe von diesem „Imageproblem“ zwar noch nichts mitbekommen, aber vielleicht ist das dem geschuldet, dass ich Bücher einfach aufch anders wahrnehme.
Der Vortrag war zwar interessant, aber leider für Teilnehmer des Nachwuchsparlamentes nicht so aufschlussreich, wie es mir gewünscht hatte, da schlussendlich nur erläutert wurde, welche Käuferschichten im Sinusmilieu man ansprechen möche, wieviel Geld in den drei Jahren der Kampagne fließen soll und welche Erfolgsfaktoren für das Gelingen der Kampagne gegeben sein müssen.
Ein genaues Bild, wie diese Kampagne nun aussehen sollte, wurde noch nicht formuliert – das sollte erst am nächsten Tag bei der Mitgliederversammlung am Morgen passieren. Und zu dem Zeitpunkt hatten die Teilnehmer des Nachwuchsparlamentes Workshops und Abschlussdiskussionen.

So weiß ich bisher nur, dass es eine Marketingkampagne geben soll – aber nicht, wie genau sie aussehen wird.

Schlussendlich war noch eine Exkursion angesetzt und so ging es mit meiner Gruppe ein paar S-Bahnstationen weiter zu Dussmann – dem Kulturkaufhaus, wo wir von der Pressesprecherin durchgeführt wurden. Spannend, wie man soviel Kultur unter einem Dach stilvoll vereinen kann.

Danach ein gutes Abendessen und an einer Feier teilgenommen, bei der ich aber nicht so lang bleiben konnte wie manch anderer, der dort bis tief in die Nacht reinfeierte – ich war müde und da ich am nächsten Morgen wieder früh rauswollte, nahm ich mir ein paar Stunden wohlverdienten Schlafes.

Am Freitag früh nahm ich dann einem Workshop zum Thema Social Media in der Theorie und in der Praxis teil und ich muss sagen, es hat sich gelohnt, auch wenn die Zeit mit knapp zwei Stunden viel zu knapp bemessen war. Dabei wurde uns die Grundlagen für erfolgreiche Nutzung sozialer Medien gezeigt und welche Indikatoren für gutes Marketing wichtig sind.
Im zweiten Teil des Workshops durften wir in Gruppen selbst ein Marketingkonzept zu einem bald erscheinenden Jugendbuch entwerfen, wobei wir uns Gedanken über die Käuferschichten machen mussten und verschiedene Arten von Social Media mit einbeziehen mussten. Dabei kamen auch ganz ansehnliche Ergebnisse heraus.

Zum Abschluss wurden alle Teilnehmer des Nachwuchsparlamentes noch zur Parlamentssitzung eingeladen, in dem abschließend über die zwei Tage debattiert wurde. Dabei kristallisierte sich besonders heraus, dass der Großteil aller mit dem Konzept durchaus zufrieden war und sich eine Fortführung wünsche, da die Buchtage einen regen Austausch zwischen dem Nachwuchs und der Branche ermöglicht – denn wann hat man schon mal die Möglichkeit, mit einem Verleger beim Mittagessen ganz locker über die Buchbranche zu sprechen?
Auch ich wünsche mir, dass das Nachwuchsparlament nächstes Jahr wieder so zahlreich in Berlin zu den Buchtagen anzutreffen sein wird.
In Summe gesprochen waren diese Tage für mich sehr inspirierend und lehrreich und ich danke dem Börsenverein (stellvertretend für die Mitarbeiter und Mitglieder), dass er uns diesen „Blick über den Tellerrand“ ermöglichte.

Und für jeden, der sich auch nach den Berliner Buchtagen weiterhin über Geschehnisse in der Branche und beim Nachwuchs auf dem Laufenden halten möchte, dem sei der kürzlich ins Leben gerufene Blog des Nachwuchses der Buchbranche ans Herz gelegt, der auch für jeden, der selbst Beiträge beisteuern möchte, geöffnet ist.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai

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