Heute vor…

… 79 Jahren brannten in ganz Deutschland an verschiedenen Orten viele Feuer.
Feuer, die ihre Nahrung aus den Seiten verschiedener Bücher zogen.

 

Dort fielen viele Werke bekannter Schriftsteller wie Kurt Tucholsky, Heinrich Mann und Ernst Glaeser den verschlingenden Flammen anheim. Unter großem Jubel wurden von diversen Studentenschaften mit Billigung der Reichsschrifttumskammer und dem Propagandaministerium an öffentlichen und universitären Plätzen Bücher mit sogenannten Feuersprüchen in die Feuer geworfen.

Gegen Klassenkampf und Materialismus, für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Marx und Kautsky. […] Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften von Tucholsky und Ossietzky!

Dabei ging man bei der Auswahl verfehmter Schriftsteller offenkundig mehr als willkürlich vor und wollte nur ein Exempel statuieren – soviel zum Thema „Frechheit und Anmaßung“. Gerade nach dieser Bücherverbrennung, die im Ausland vergleichsweise nur geringe Wellen schlug, waren viele bekannte und auch begnadete Schriftsteller gezwungen, ihre Tätigkeit entweder komplett einzustellen, zu emigrieren oder im Untergrund zu verschwinden. Nicht wenige passten sich dem System an und konnten sich so über Wasser halten.

Bedauerlicherweise fand auch dieser Jahrestag, der nunmal kein schöner, runder ist, nur wenig Anklang in der Presse. Nur im WDR wurde heute früh ein kurzer Beitrag darüber gesendet, den man hier nachhören kann. Dafür wird wohl nächstes Jahr, wenn sich das Ereignis zum achzigsten Male jähren wird, die Presselandschaft umso voller davon sein.

Eines jedenfalls bleibt klar: auch wenn heute Bücher nicht mehr (öffentlich) verbrannt werden, so gibt es immer noch Autoren, die aufgrund ihrer gewagten Aussagen verfehmt werden. Vielleicht übernimmt das, was damals das Feuer war, heute die alles umgebende Medienlandschaft.

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai

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