Ein Tag auf der Buchmesse

Es gibt nicht viele Messen in Deutschland, die ich besuche – aber zwei Termine sind fast immer fest eingeplant: die Leipziger und die Frankfurter Buchmesse. Und heute, an diesem freundlichen, sonnigen Frühlingssonntag bin ich nach Leipzig gefahren, um dort ein paar Stunden über die Messe zu „flanieren“. Ich muss sagen, dass ich anfängliche Bedenken hatte, in eine Masse aus Menschen zu stürmen – der obligatorische Familiensonntag, aber meine Befürchtungen diesbezüglich waren jedenfalls noch am Morgen eher nicht bestätigt.

Dagegen konnte ich sehen, dass Cosplayer (und solche, die es werden oder gern sein möchten) so langsam aber sicher die Buchmesse okkupieren. Man mag mich nicht falsch verstehen, aber teilweise finde ich das etwas rücksichtslos, wenn man Gestalten mit ihren riesen Reifröcken, Haarteilen oder Flügeln die Gänge versperren sieht und ich als Messebesucher noch aufpassen muss, dass ich ihnen nicht auf ihre sorgsam und zum Teil wirklich exzellent hergestellten Kleidungsstücke oder tierischen Schwänze trete. Sie haben doch ihre Conventions und Treffen – warum muss dann die Buchmesse (sowohl die Leipziger, als auch die Frankfurter, aber da noch nicht derart exzessiv) von ihnen fast überflutet werden?

Im Gegensatz zum letzten Jahr musste ich auch feststellen, dass viele Stände – besonders die der renommierten und großen (Publikums-)Verlage, wie Rowohlt oder der Dudenverlag – eher klein gehalten waren. Ob das an gestiegenen Platzpreisen lag oder daran, dass im Gegensatz zu letztem Jahr ein paar mehr Verlage vertreten waren und so der Platz knapp wurde? Dann jedenfalls hätten einige e-Book- oder BoD-Vertreter durchaus auf einige Quadatmeter ihres Platzes verzichten und den Printverlagen abtreten können, die sich mit ihren Büchern zum Teil auf wirklich kleinen Flächen tummeln mussten. Oder man hätte diese ganzen (Fr)Ess- und Getränkestände aus den Hallen in die Gänge oder Eingangshalle verbannt – aber die war ja auch schon zugestellt und belegt mit überteuertem Fair Trade-Kaffee, Sushi-Bars und Cosplayern.

Entsetzt – und damit war ich bestimmt nicht die Einzige – war ich über die gestiegenen Eintrittspreise und Parkgebüren. 10 Euro ermäßigter Eintritt für mich als Studenten halte ich für enorm übertrieben. Die Aussteller müssen auch Standgebühren bezahlen – und das nicht zu knapp, wie mir eine Ausstellerin berichtete. Da frage ich mich doch: Cui bono?
Wem nützt das? Wer wird mit dieser Geldmenge bezahlt und was wird damit gemacht? Und dann wird sich gewundert, warum an Messetagen soviel gestohlen wird. Ein Verlag hatte Jonassons Buch Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand in ein Regal gestellt, das vom eigentlichen Stand wegzeigte und somit außerhalb des Blickfeldes des Ausstellers war. Wohl nicht so klug, denn als ich da vorbeiging, hing an der Stelle, wo die zwei Bücher einst standen, ein Zettel mit der Aufschrift „Leider ausgeklaut“. So ist das also…

Auch wenn damit die Verlage geschädigt werden, die ihrerseits schon von den hohen Standgebühren gebeutelt sind, so bleibt auch zu fragen: kann man es den Leuten verdenken? Man zahlt und zahlt noch mehr und hat am Ende des Tage nichts davon.

Trotz alledem war der Tag in der Messe sehr interessant – ich habe Neuerscheinungen entdeckt, konnte einige recht interessante Gespräche mit den Austellern führen und habe mich etwas mit den e-Books und den Lesegeräten vertraut gemacht. Frankfurt ist auf alle Fälle wieder fest eingeplant…

 

Live. Love. Be. Believe.

Eure Shaakai

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